Flanierquartier Ottensen – Cornern ohne Ende

Nun ist es soweit – Die Innenstadt von Ottensen ist teilweise autofrei. Das Flanierquartier soll nur für eine halbjährliche Testphase eingerichtet werden. Aber es muss doch jedem klar sein, dass die Testphase nur vorgeschoben ist und es so bleiben wird. Wer wird denn schon was dagegen haben, wenn der Autoverkehr zugunsten der Fußgänger zurückgedrängt wird und die Anwohner mehr Platz bekommen.

Aber um die Anwohner geht es doch nicht, die wurden ja auch überhaupt nicht gefragt oder ernsthaft in irgendwelche Planungen einbezogen.

Nein, es geht wie immer ums Geschäft. Ottensen soll noch attraktiver zum Einkaufen und Ausgehen werden, damit die Kasse stimmt. Die paar Apotheken, die nun schlechter beliefert werden können, werden sich eh nicht lange halten – Edelboutiquen, schicke Cafés und hippe Kneipen für Hipster, Yuppies und Bobos passen da doch viel besser rein! Da liegt doch der Umsatz und die Mieten können dank der zusätzlichen Lageaufwertung weiter angezogen werden. Ganz toll, was für eine Chance für Ottensen!

Es ist auch ohne irgendwelche Gutachten absehbar, dass Ottensen zum Einkaufzentrum und zur Partymeile mit Wohnanschluss für Gutsituierte werden soll. Günstigerweise liegt die Testphase im Winter, so dass wir die Auswirkungen der Autofreiheit nicht so krass bemerken werden. Ich verspreche euch aber, sobald Ottensen im Frühling endgültig als Flanierquartier firmiert, wird vom Bahnhof Altona bis zum Alma-Wartenberg-Platz durchgefeiert und –gecornert. Darauf können sich die Anwohner richtig freuen. Ruhiger wird es jedenfalls bestimmt nicht.